Kunst und Körper

 

Der Mensch ist eine Erfindung, deren junges Datum die Archäologie unseres Denkens ganz offen zeigt.
Michel Foucault. Die Ordnung der Dinge: Eine Archäologie der Humanwissenschaften, 1966.
 

Die Beziehung zwischen Kunst und Körper erfordert eine Annäherung des Künstlers an den menschlichen Körper als Objekt. Die Kunst gibt den Menschen die Möglichkeit einen Abstand zu sich selbst zu entwickeln und sich dadurch reflektieren zu können. In dieser Betrachtungsweise wird der Körper zum Untersuchungsobjekt.

Gunter von Hagens nähert sich dem Körper auf eine wissbegierige und neue Weise, indem er mit allen ethischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Konventionen bricht.

Die KünstlerInnen der Ausstellung  Kunst und Körper  untersuchen nun auf eine fotografische Weise die vielfältige Präsenz unseres Körpers. Der Körper ist uns allen vertraut, begriffen wird er allerdings von jedem anders.

In dieser Ausstellung sind verschiedene Ansichten über den Körper und seine Wechselwirkung mit der Umgebung dargestellt. Mit einem neugierigen, manchmal bewundernden, aber auch aufsässigen Blick erörtern die KünstlerInnen die Anwesenheit (Fede Rey) bzw. die Abwesenheit (Julia Peyron) des Körpers. Der Blick auf den Körper wird erst dekadent (Lucía Sciandro), dann monumental (Philipp Gunkel) und schließlich auf seine anatomische Essenz zurückgeführt (Verónica Orsi).

Im Zusammenhang mit Hagens’ (Kunst-)Werk ermuntert die Ausstellung  Kunst und Körper  den Betrachter dazu, die Grenzen zwischen Medizin, Anatomie und Kunst neu zu definieren.

Verónica Orsi
Kuratorin